Demoseite Design H1

Introtext Absatz vitae Größe L. Das Projekt versteht sich als Beitrag zur Filmexilforschung und zur transnationalen Filmgeschichte, darüber hinaus reflektiert es eine sozialhistorische Produktionsforschung, die mit computerbasierten Methoden arbeitet. Anstatt von einem vermeintlichen Zentrum oder aus einer universalisierenden Position heraus zu argumentieren, greift das Vorhaben auf Einsichten dekolonialer Geschichtsschreibung zurück. Dazu gehört etwa überlieferte Kanonisierungen in Frage zu stellen, vermeintliche Ränder in den Blick zu nehmen und einen fehlerbewussten Ansatz zu vertreten. Dezentrierte Filmgeschichten suchen entsprechend auch einen expliziten Umgang mit Lücken und Leerstellen.

Zur Filmexilforschung H2

„Filmemigration aus Nazi-Deutschland“ versammelt bislang verstreute Informationen zur Filmexilforschung und schafft Zugänge zu diesen Wissensbeständen. Die Exilforschung beginnt in Deutschland Ende der 1940er Jahre mit außeruniversitären Initiativen zur Exilliteratur. 1965 wird das Exilarchiv in der Deutschen Nationalbibliothek mit der Ausstellung Exil-Literatur 1933–1945 erstmals der Öffentlichkeit bekannt gemacht.1

Ab den 1960er Jahren sammelt die Kultursoziologin Marta Mierendorff biografische Daten über das Filmexil in Hollywood. In den 1970er Jahren beginnt die Deutsche Kinemathek mit einer Schriftenreihe mit dem Titel ((…)) zu Persönlichkeiten des Filmexils. Zu den frühen Überblickswerken zum Thema gehört etwa Kino im Exil. Die Emigration deutscher Filmkünstler 1933-1945 von Maria Hilchenbach2 sowie Fluchtpunkt Hollywood von Jan-Christopher Horak (1984), der in seiner Dissertation die Bio-Filmographien von 250 Personen versammelt hat.

Als Nachschlagwerk zum historischen Filmexil liegt das biografische Lexikon von Kay Weniger (2011) mit 575 biografischen Einträgen vor.

Zur transnationalen Filmgeschichtsschreibung

Die Filmbiografien von exilierten Filmschaffenden erstrecken sich teilweise über mehr als vier verschiedene Produktionsländer. Diese können von einer Filmgeschichtsschreibung die nationalkinematografisch vorgeht, kaum adäquat wiedergegeben werden, weil dort „internationale Expansionen und Migrationen […] als Einbahnstraßen und weniger als komplexe kulturelle Bewegungs- und Transiträume verstanden“ werden. Ausgeblendet bleiben in nationalen Filmgeschichten zudem die vielfältigen politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Verstrickungen einer transnationalen Filmindustrie, die immer schon international war. Unser Projekt versteht sich entsprechend auch als ein Beitrag zu einer transnationalen Verflechtungsgeschichte, einer histoire croisée3.

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Die Filmbiografien von exilierten Filmschaffenden erstrecken sich teilweise über mehr als vier verschiedene Produktionsländer. Diese können von einer Filmgeschichtsschreibung die nationalkinematografisch vorgeht, kaum adäquat wiedergegeben werden, weil dort „internationale Expansionen und Migrationen […] als Einbahnstraßen und weniger als komplexe kulturelle Bewegungs- und Transiträume verstanden“ werden. Ausgeblendet bleiben in nationalen Filmgeschichten zudem die vielfältigen interner Link Home ökonomischen, sozialen und kulturellen Verstrickungen einer transnationalen Filmindustrie, die immer schon international war. Unser externer Link Uni Mainz versteht sich entsprechend auch als ein Beitrag zu einer transnationalen Verflechtungsgeschichte.

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ggf. Legende bei Bedarf
  1. Rausch, Elke, Sammeln als politischer Akt und Geschichte des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 weiterführend zur Geschichte des Exilarchivs: Sylvia Asmus (Hg.), Exil. Erfahrung und Zeugnis / Exile. Experience and Testimony. Deutsches Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek, Göttingen 2019;] ↩︎
  2. Hilchenbach, Maria. Kino Im Exil: Die Emigration deutscher Filmkünstler, 1933 – 1945. 1st edition. Bd. 14. Kommunikation Und Politik. München, New York, London, Paris: K.G. Saur, 1982. ↩︎
  3. Der Begriff geht auf Michael Werner und Bénédicte Zimmermann zurück, siehe: Werner, Michael/Zimmermann, Bénédicte (2002): Vergleich, Transfer, Verflechtung. Der Ansatz der Histoire croisée und die Herausforderung des Transnationalen. In: Geschichte und Gesellschaft 28: 607–636. Für eine Anwendung auf die Filmgeschichtsschreibung: Fuhrmann, Wolfgang. Der Weg Nach Rio in Brazil: Histoire Croisée, Public Diplomacy and Film-Historical Research. Netherlands Institute for Sound and Vision, 2020. ↩︎